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MOG-Enzephalomyelitis: Internationale Empfehlungen zu Diagnose und Antikörpertestung

Authors :
Diego Franciotta
Brian G. Weinshenker
I. Kleiter
J. de Seze
Brigitte Wildemann
Friedemann Paul
Ho Jin Kim
C. Trebst
Michael J. Levy
Nasrin Asgari
Jacqueline Palace
Albert Saiz
Sven Jarius
Orhan Aktas
Klemens Ruprecht
T. Kümpfel
Anu Jacob
Kazuo Fujihara
Russell C. Dale
Source :
Jarius, S, Paul, F, Aktas, O, Asgari, N, Dale, R C, de Seze, J, Franciotta, D, Fujihara, K, Jacob, A, Kim, H J, Kleiter, I, Kümpfel, T, Levy, M, Palace, J, Ruprecht, K, Saiz, A, Trebst, C, Weinshenker, B G & Wildemann, B 2018, ' MOG-Enzephalomyelitis : Internationale Empfehlungen zu Diagnose und Antikörpertestung ', Der Nervenarzt, bind 89, nr. 12, s. 1388–1399 . https://doi.org/10.1007/s00115-018-0607-0
Publication Year :
2018
Publisher :
Springer Science and Business Media LLC, 2018.

Abstract

Mittels sogenannter zellbasierter Assays konnte in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Arbeitsgruppen unabhangig eine robuste Assoziation von Immunglobulin-G-Autoantikorpern gegen menschliches Voll-Langen-Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG-IgG) mit – meist rezidivierender – Optikusneuritis (ON), Myelitis und Hirnstammenzephalitis sowie mit Fallen akuter disseminierter Enzephalomyelitis (ADEM) gezeigt werden. Die MOG-IgG-positive Enzephalomyelitis (MOG-EM) gilt den meisten Experten inzwischen als eigenstandiges Krankheitsbild, das sich immunpathogenetisch sowohl von der klassischen multiplen Sklerose (MS) als auch von der Aquaporin-4(AQP4)-IgG-positiven Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) unterscheidet. Aufgrund erheblicher Ubereinstimmungen der beiden Erkrankungen in klinisch-radiologischer Hinsicht wurde die MOG-EM in der Vergangenheit oft unbeabsichtigt als MS fehldiagnostiziert. Daher werden derzeit viele Patienten mit vermuteter oder etablierter MS auf MOG-IgG getestet. Das Screening von grosen, nichtselektierten Kohorten auf seltene Biomarker kann jedoch den pradiktiven Wert eines Tests signifikant reduzieren. Um die damit verbundene Gefahr einer Uberdiagnostizierung der MOG-EM zu verringern, werden dringend selektivere Kriterien fur die Testung auf MOG-IgG benotigt. In der vorliegenden Arbeit schlagen wir, basierend auf Expertenkonsensus, Indikationen fur die MOG-IgG-Testung vor. Zusatzlich wird dem Leser eine Liste mit sogenannten „red flags“ an die Hand gegeben, d. h. klinischen und paraklinischen Befunden, die fur die MOG-EM eher atypisch sind und Anlass sein sollten, ein positives MOG-IgG-Laborergebnis kritisch zu hinterfragen. Zusatzlich geben wir Empfehlungen zur Testmethodik, zur Probenentnahme und zur Dateninterpretation und prasentieren erstmalig Diagnosekriterien fur die MOG-EM.

Details

ISSN :
14330407 and 00282804
Volume :
89
Database :
OpenAIRE
Journal :
Der Nervenarzt
Accession number :
edsair.doi.dedup.....c6e6904750c747ade46ce3b2b994b2a8