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Christian Benne, Nietzsche und die historisch-kritische Philologie. 2005

Authors :
Sommer, Andreas Urs
Source :
Arbitrium; February 2007, Vol. 24 Issue: 3 p399-401, 3p
Publication Year :
2007

Abstract

Es ist kein Geheimnis, daß Friedrich Nietzsche ein in der Bonner (und Leipziger) Schule Friedrich Ritschls solide ausgebildeter Philologe gewesen ist, der das Geschäft der Philologie ein Jahrzehnt lang professionell ausgeübt hat. Seltsam einig scheint sich die ansonsten außerordentlich heterogene literaturwissenschaftliche und philosophische Nietzsche-Forschung bislang freilich darin gewesen zu sein, daß Nietzsche diese philologische Prägung schon sehr früh zu transformieren und bald gänzlich abzustreifen gesucht habe. Die Philologie, so die herrschende Meinung, habe Nietzsche – wie sich etwa in den Aufzeichnungen zur unvollendet gebliebenen Unzeitgemäßen Betrachtung Wir Philologen(1874/75) zeige – als eine schulmeisterliche, aber nicht zur wahren Menschheitserziehung befähigende, engstirnig auf kleinteilige Kärnerarbeit und einseitig aufs klassische Altertum fixierte Disziplin für zu leicht befunden, um weiter für seine großen Pläne in Betracht zu kommen. Schon mit seiner Geburt der Tragödie(1872) habe sich Nietzsche bewußt aus der philologischen Zunft verabschiedet, die seinen denkerischen Entgrenzungswillen folgerichtig mit akademischer Ächtung bestraft habe.

Details

Language :
English
ISSN :
07232977
Volume :
24
Issue :
3
Database :
Supplemental Index
Journal :
Arbitrium
Publication Type :
Periodical
Accession number :
ejs14429311
Full Text :
https://doi.org/10.1515/ARBI.2006.399