201. Konformismus statt kollegiale Anerkennung: Fallstudien zur Ausbildungskultur im Referendariat am Beispiel von Beurteilungen
- Author
-
Wernet, Andreas
- Subjects
Self-reflexion ,Lehrerausbildung ,Anerkennung ,Teacher education ,Erziehung, Schul- und Bildungswesen ,Kollege ,Fallstudie ,Case study ,Probationary teacher training ,Schulpädagogik ,370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen ,Education ,Judgment ,ddc:370 ,Referendariat ,Kooperation ,Unterrichtsauswertung ,Germany ,Hochschulforschung und Hochschuldidaktik ,Case Studies (Education) ,Deutschland ,Conformism ,Beurteilung ,Referendar ,Student teachers ,Teacher training ,Cooperation ,Selbstreflexion ,Judgement ,370 Education ,Lehramtsstudent ,Konformismus - Abstract
Pädagogische Korrespondenz (2009) 39, S. 46-63, In explorativer Absicht soll an einigen Sequenzen aus schriftlichen Beurteilungen von Referendaren überprüft werden, ob sich empirische Evidenzen für die These latenter Probleme kollegialer Kooperation finden lassen. Im Kontext der Doppelrolle und des Prüfungsproblems eröffnet dieser Materialzugriff eine interessante Perspektive. Die Form der schriftlichen Beurteilung zwingt die Gutachter nämlich dazu, über eine notenförmige Bewertung […] hinaus ihre Erwartungen an die Referendare zu artikulieren. Darin sind nicht nur die Kriterien der jeweiligen Beurteilung enthalten; darüber hinaus dokumentieren schriftliche Beurteilungen grundlegende Haltungen zu der Ausbildungssituation und ihren Ansprüchen und vor allem auch eine (implizite und explizite) Selbstthematisierung der Rolle des Ausbilders/Gutachters; auch in Bezug zu den zu beurteilenden Referendaren. Die berufs- und ausbildungskulturellen Selbstverortungen, die in einer schriftlichen Beurteilung notwendig vorgenommen werden müssen, verweisen über das eigene Rollenverständnis hinaus auf die Komplementärrolle der Auszubildenden und damit, wenn auch nur indirekt, auf das Ausbildungsverhältnis selbst. So erwarten die Autoren von der schriftlichen Beurteilung jenseits ihrer vordergründigen und offiziellen Pragmatik Auskunft nicht über die zu beurteilende Person, sondern Auskunft über eine praktizierte Ausbildungskultur. (DIPF/Orig.)
- Published
- 2009
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